
Erbrechen ist das kraftvolle Ausstoßen des Mageninhalts durch starke Kontraktionen; es unterscheidet sich vom mühelosen Spucken/Regurgitieren bei Neugeborenen (Milch, die aus dem Mundwinkel zurückläuft). Das Spucken ist physiologisch; Erbrechen hingegen ist ein Symptom, dessen Ursache abgeklärt werden muss.
Häufige Ursachen
- Gastroenteritis (am häufigsten; meist von Durchfall begleitet)
- Ernährungsfehler, Überfütterung
- Reflux
- Andere Infektionen: Harnwegsinfekt, Mittelohrentzündung, Infekt der oberen Atemwege
- Bei einem 2–8 Wochen alten Baby zunehmend schwallartiges Erbrechen nach dem Füttern: Pylorusstenose (erfordert eine chirurgische Abklärung)
- Kopfverletzung, Einnahme eines Medikaments oder Giftstoffs
Was sollte man einem erbrechenden Kind geben?
20–30 Minuten nach dem Erbrechen beginnt man, Flüssigkeit in kleinen Schlucken, in kurzen Abständen zu geben: Das Stillen wird nicht unterbrochen; bei einem älteren Kind ist eine orale Rehydratationslösung (ORS) am besten geeignet. Auf einmal glasweise zu trinken zu geben, löst Erbrechen aus. Mit zunehmender Verträglichkeit wird die Menge gesteigert; sobald das Erbrechen aufhört, geht man zu leichter Kost über. Cola, Limonade und fertige Fruchtsäfte sind nicht geeignet.
Situationen, die eine Notfallvorstellung erfordern
- Galliges (grünes) oder blutiges Erbrechen
- Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Erbrechen nach einer Kopfverletzung
- Anzeichen einer Austrocknung: verminderte Urinausscheidung, trockener Mund, fehlende Tränen, eingesunkene Fontanelle, Schlappheit
- Aufgeblähter und harter Bauch, starke Bauchschmerzen
- Jedes anhaltende Erbrechen bei einem Neugeborenen
Häufig gestellte Fragen
Bei Kindern werden Mittel gegen Erbrechen (Antiemetika) nur nach ärztlicher Entscheidung eingesetzt; sie können die Ursache verschleiern und Nebenwirkungen haben.
Ja; Muttermilch ist sowohl eine Nahrungs- als auch eine Flüssigkeitsquelle, daher wird das kurze und häufige Stillen fortgesetzt.
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