Sie ist die häufigste Nahrungsmittelallergie im Säuglingsalter. Ihr heimtückisches Gesicht ist dieses: Die Symptome werden oft für „Koliken", „Windeldermatitis" oder ein „empfindliches Baby" gehalten und bleiben monatelang unbemerkt.

Symptome — über 3 Systeme

Verdauung: Blut und Schleim im Stuhl (das typischste Anzeichen), hartnäckiges Erbrechen/Reflux, Durchfall oder Verstopfung, Nahrungsverweigerung, fehlende Gewichtszunahme Haut: Ausgedehnte, hartnäckige atopische Dermatitis/Ekzem, Nesselsucht (Urtikaria) Allgemein: Nicht zu beruhigende Unruhe (kolikartiges Schreien), selten plötzlich auftretende Schwellung und Atemnot (Anaphylaxie — Notfall!)

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Goldstandard ist der Eliminations-Provokations-Prozess:

  1. Das Kuhmilchprotein wird für 2-4 Wochen vollständig weggelassen (Ernährung der Mutter oder eine Spezialnahrung)
  2. Bessern sich die Symptome → wird die Diagnose durch eine kontrollierte Wiedereinführung bestätigt Blut-/Hauttests liefern nicht bei jedem Typ ein Ergebnis; die klinische Verlaufskontrolle ist entscheidend.

Behandlung

  • Stillende Mutter: Milch, Joghurt, Käse, Butter, alle Milchprodukte und versteckte Milch auf dem Etikett (Molke, Kasein) werden aus der Ernährung gestrichen. Bei der Mutter wird eine Kalzium- + Vitamin-D-Supplementierung begonnen. Das Stillen wird niemals abgebrochen!
  • Mit Säuglingsnahrung ernährtes Baby: Es werden keine Standard- oder Ziegenmilchnahrungen verwendet, sondern extensiv hydrolysierte oder bei Bedarf aminosäurebasierte Spezialnahrungen (auf ärztliche Verordnung).
  • In der Beikostphase wird ein Plan zur Vermeidung milchhaltiger Produkte erstellt; die Entwicklung der Toleranz wird durch regelmäßige Kontrollen überwacht.

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Dieser Inhalt dient der Information; für Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. — Uzm. Dr. Hasan Keleş