Mit dem Schulbeginn ändert sich das Thema in der Sprechstunde. Das Kind, das den Sommer über als "appetitlos" vorgestellt wurde, kommt nun mit "geht morgens ohne etwas zu essen aus dem Haus".

In diesem Beitrag geht es darum, warum die Brotdose wichtig ist, was hineingehört und was das Frühstück für den Schultag bedeutet.

Zuerst das Frühstück

Vor der Brotdose ist über das Frühstück zu sprechen — denn die Dose ersetzt kein ausgelassenes Frühstück.

Nach der nächtlichen Nüchternheit wirkt die Morgenmahlzeit unmittelbar auf Aufmerksamkeit und Ausdauer in den ersten Stunden. Bei Kindern, die ohne Frühstück zur Schule gehen, sind gegen Mittag Leistungsabfall, Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen häufig.

  • Wann steht das Kind auf? Wer in Eile aufsteht, mag nicht essen. Fünfzehn Minuten früher wecken genügt oft.
  • Wann und was wird abends gegessen? Eine späte, schwere Mahlzeit nimmt den Morgenappetit.
  • Ist der Schlaf ausreichend? Im Schulalter sind neun bis elf Stunden nötig.

Bei einem Kind, das gar nichts mag, ist jeder Bissen wertvoll: ein Glas Milch, eine Scheibe Käse oder eine Handvoll Walnüsse. Das ist besser als nichts.

Was gehört hinein?

Eine gute Brotdose hat drei Bestandteile: etwas Sättigendes, Obst oder Gemüse und ein Getränk.

Etwas Sättigendes

  • Käsebrot aus Vollkornbrot
  • Ein gekochtes Ei
  • Selbstgebackenes Gebäck oder einfacher Kuchen (wenig Zucker)
  • Ein kleiner Wrap mit Käse und Oliven

Obst und Gemüse

  • Saisonobst (Apfel, Mandarine, Trauben)
  • Karotten-, Gurkenstücke, Kirschtomaten

Getränk

  • Wasser (immer)
  • Milch oder Ayran

Für die Zwischenmahlzeit

  • Eine Handvoll Nüsse (ganze Nüsse gehören nicht zu Kindern unter vier Jahren — Erstickungsgefahr)
  • Trockenfrüchte in kleiner Menge

Was nicht hineingehört

Ungeeignet Grund
Creme-Kekse, Waffeln, Fertigkuchen Energie, die rasch steigt und fällt; Leistungsabfall vor dem Mittag
Fruchtsaft, Süssgetränke Keine Ballaststoffe, konzentrierter Zucker, keine Sättigung
Chips und salzige Fertigprodukte Viel Salz, wenig Nährwert
Zubereitungen mit Mayonnaise Verderbrisiko in der wartenden Dose
Schokolade, Süssigkeiten Karies und gestörter Mahlzeitenrhythmus

Das ist keine Liste von Verboten, sondern eine Liste dessen, was nicht in eine Brotdose gehört. Zu Hause, nach einer Mahlzeit, in kontrollierter Menge ist das eine andere Frage.

Praktische Hinweise

Aufbewahrung. Spätsommer und Frühherbst sind noch warm. Für Käse- und Eizubereitungen eignen sich eine isolierte Tasche und ein kleines Kühlakku. Morgens Zubereitetes muss bis Mittag in ordentlichem Zustand bleiben.

Zerdrücken. Obst und Brot in getrennten Fächern oder verschliessbaren Dosen werden deutlich eher gegessen. Ein zerdrücktes Brot isst kein Kind.

Portion. Zu viel mitzugeben kann dazu führen, dass gar nichts gegessen wird. Die Pause ist kurz; kleine, leicht essbare Stücke sind vorzuziehen.

Mitbestimmung. Gemeinsam zu entscheiden, was hineinkommt, erhöht die verzehrte Menge deutlich. Sie bestimmen die Auswahl, das Kind trifft die Wahl.

Die Kioskfrage

Ein vollständiges Verbot geht meist nach hinten los: Das Verbotene wird attraktiver, das Kind kauft heimlich, und das Thema lässt sich nicht mehr offen besprechen.

Besser wirkt: einen Tag pro Woche freigeben und an den übrigen Tagen bei der Brotdose bleiben. Das macht die Regel haltbar.

Was in Schulkiosken verkauft werden darf, ist gesetzlich eingeschränkt; auch dort können also geeignetere Optionen vorhanden sein. Einem Kind beizubringen, was es am Kiosk wählen kann, ist realistischer, als zu erwarten, dass es gar nichts wählt.

Wasser nicht vergessen

An das Trinken in der Schule denken die wenigsten Kinder. Manche trinken bewusst nicht, weil sie im Unterricht nicht zur Toilette wollen.

Ein Kind mit eigener Trinkflasche trinkt mehr. An das Trinken in den Pausen zu erinnern, ist besonders an heissen Tagen und an Sporttagen wichtig.

Wenn die Dose voll zurückkommt

Suchen Sie den Grund, bevor Sie Vorwürfe machen:

  • Die Pause kann zu kurz sein
  • Spielen war attraktiver als Essen
  • Freunde kaufen am Kiosk, das Kind möchte dazugehören
  • Das Essen kam zerdrückt, warm oder unappetitlich an
  • Es schmeckt wirklich nicht

Jede Ursache hat eine andere Lösung. Reden und gemeinsam eine Alternative finden wirkt besser, als dasselbe erneut mitzugeben.

Wann zum Arzt?

Wenn trotz eingespielter Brotdose:

  • Das Kind ständig müde ist
  • Es nicht zunimmt oder abnimmt
  • Es häufig krank wird
  • Es deutliche Schwierigkeiten beim Lernen und mit der Aufmerksamkeit hat

kann eine abklärungsbedürftige Ursache vorliegen, allen voran ein Eisenmangel. Im Schulalter ist Eisenmangel eine häufige, aber leicht übersehene Ursache von Müdigkeit und Aufmerksamkeitsproblemen.