Ein Kind mit ständig laufender Nase, nächtlichem Husten, juckender Haut oder das nach bestimmten Nahrungsmitteln unruhig wird, lässt in vielen Familien die Frage aufkommen: „Ist es schon wieder krank?". Dabei steckt hinter diesen Beschwerden häufig eine Allergie. Allergiesymptome frühzeitig zu erkennen, verhindert den unnötigen Einsatz von Antibiotika und schützt den Schlaf, die schulischen Leistungen und das tägliche Leben des Kindes.

Allergiesymptome nach Systemen

Eine Allergie beschränkt sich nicht auf einen einzigen Bereich; sie gibt Hinweise in verschiedenen Systemen des Körpers:

  • Nase und Augen: Ständiges Niesen, Juckreiz und Verstopfung der Nase, klarer Ausfluss, Jucken und Tränen der Augen. Das Kind zieht häufig die Nase hoch oder wischt mit der Handfläche darüber (der „allergische Gruß").
  • Atemwege: Trockener Husten, der nachts und gegen Morgen zunimmt, Atemnot bei Anstrengung, Pfeifen (ein Pfeifgeräusch). Für Details können Sie unsere Artikel über Asthma bei Kindern und wiederkehrendes Pfeifen (Giemen) lesen.
  • Haut: Trockene, juckende, gerötete Stellen; besonders an Wangen, Ellenbogen und in den Kniekehlen atopische Dermatitis (Ekzem) oder plötzlich auftretende juckende Quaddeln (Nesselsucht).
  • Verdauung: Erbrechen, Durchfall, blutig-schleimiger Stuhl oder Unruhe nach bestimmten Nahrungsmitteln; die bei Säuglingen häufige Kuhmilchallergie ist hierfür ein typisches Beispiel.

Infektion oder Allergie?

Diese Unterscheidung bereitet den Familien die größten Schwierigkeiten. Folgende Hinweise sprechen für eine Allergie:

  • Die Beschwerden verlaufen ohne Fieber und halten wochenlang an.
  • Der Ausfluss ist klar, der Juckreiz steht im Vordergrund.
  • Sie treten in bestimmten Umgebungen oder Jahreszeiten verstärkt auf (Frühling, Staub, Hausstaub, Haustiere).
  • In der Familie gibt es Fälle von Allergie, Asthma oder Ekzem.

Wann zum Arzt?

  • Wochenlang anhaltender, wiederkehrender Husten, Schnupfen oder Juckreiz
  • Husten oder Atemnot, die den Nachtschlaf stören
  • Lippen- und Gesichtsschwellung, Erbrechen oder Hautausschlag nach einem bestimmten Nahrungsmittel
  • Anhaltende, juckende Trockenheit der Haut

Atemnot, Unfähigkeit zu schlucken, ausgedehnte Schwellung (Angioödem) oder eine Bewusstseinsveränderung sind Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Anaphylaxie) und stellen einen Notfall dar.

Unser Vorgehen bei der Diagnose

Das wertvollste Instrument bei einer Allergie ist eine ausführliche Anamnese: Wir beurteilen gemeinsam, wann und wodurch die Beschwerde auftritt. Bei Bedarf werden anhand der Anamnese ausgewählte Allergietests geplant; unnötige und breite Testpanels vermeiden wir. Mit der Kinderallergie-Abklärung, die wir in unserer Klinik anbieten, werden Auslöser ermittelt und ein individueller Plan erstellt. Unser Artikel über den atopischen Marsch gibt Orientierung über den Verlauf der Allergie in den kommenden Jahren.

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Dieser Inhalt dient der Information; wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung an Ihren Arzt. — Uzm. Dr. Hasan Keleş