Bauchschmerzen kommen bei Kindern sehr häufig vor und sind größtenteils nicht ernst. Eine Blinddarmentzündung ist dagegen ein Krankheitsbild, bei dem keine Zeit verloren werden darf; deshalb ist es wichtig, die unterscheidenden Befunde zu kennen.

Typischer Verlauf

Das klassische Bild verläuft in dieser Reihenfolge:

  1. Unbestimmte Schmerzen um den Bauchnabel
  2. Appetitlosigkeit und Übelkeit
  3. Verlagerung der Schmerzen in den rechten Unterbauch
  4. Leichtes Fieber
  5. Schmerzen, die bei Bewegung, Husten und Springen zunehmen

Bei kleinen Kindern kann das Bild weniger typisch sein; es können lediglich Unruhe, Abwehr gegen Berührung des Bauches und Nahrungsverweigerung auftreten.

Befunde, die auf ernste Bauchschmerzen hindeuten

  • Verlagerung der Schmerzen in den rechten Unterbauch und deren allmähliche Zunahme
  • Das Kind geht vornübergebeugt und kann nicht springen
  • Harter Bauch und starke Schmerzen bei Berührung
  • Anhaltendes Erbrechen, galliges (grünes) Erbrechen
  • Begleitendes Fieber
  • Blutiger Stuhl zusammen mit Bauchschmerzen
  • Schmerzen, die das Kind aus dem Schlaf wecken

Liegen diese Befunde vor, sollte ohne Abwarten eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Was zu Hause nicht getan werden sollte

Wird das Krankheitsbild durch die Gabe von Schmerz- und Fiebermitteln verschleiert, erschwert das die Untersuchung. Wärmeanwendungen auf dem Bauch, Einläufe und pflanzliche Mischungen sollten nicht versucht werden. Dem Kind nichts zu essen und zu trinken zu geben, ist im Hinblick auf einen möglichen Eingriff wichtig.

Wie die Diagnose gestellt wird

Die Beurteilung beginnt mit der körperlichen Untersuchung; Blutuntersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung können angefordert werden. Da sich das Bild in manchen Fällen innerhalb von Stunden klärt, kann eine erneute Untersuchung geplant werden. Das bedeutet nicht, dass die Diagnose übersehen wurde; das ist der natürliche Verlauf einer Blinddarmentzündung.