Viele Merkmale eines neugeborenen Babys beunruhigen frischgebackene Eltern; dabei sind die meisten davon vorübergehend und normal. In diesem Artikel behandeln wir die häufig auftretenden gutartigen Neugeborenenbefunde und als gesondertes Thema die Ohrformfehlbildungen.

Häufige gutartige Zustände bei Neugeborenen

  • Hautausschläge bei Neugeborenen: Erythema toxicum (gelbe Bläschen auf rotem Grund), Milien (weiße Pünktchen an der Nase) — vergehen von selbst
  • Hervortretendes/geschwollenes Brustgewebe und leichter Scheidenausfluss bzw. -blutung bei Mädchen: Vorübergehende Wirkung der mütterlichen Hormone
  • Schuppende Haut, marmoriertes Aussehen
  • Verstopfte Nase und Niesen: Wegen der engen Nasengänge normal
  • Unregelmäßige Atmung, Schluckauf, Gähnen
  • Mongolenfleck: Bläulich-graues Muttermal an Kreuz/Gesäß; er ist gutartig

Diese erfordern keine Behandlung; um sicherzugehen, können Sie sie dennoch bei den Vorsorgeuntersuchungen Ihrem Arzt zeigen.

Ohrformfehlbildungen und konchale Crus-Deformität

Ein Teil der Babys kommt mit verschiedenen Unterschieden in der Ohrform zur Welt, da sich der Ohrknorpel je nach Lage im Mutterleib formt. Dazu zählen abstehende Ohren, eine unzureichende Faltung und die konchale Crus-Deformität (ein im inneren Bogen der Ohrmuschel vorhandener Wulst/eine Falte, die normalerweise nicht da sein sollte). Dabei handelt es sich um strukturell-kosmetische Unterschiede, die das Gehör nicht beeinträchtigen.

Warum ist die frühe Phase wichtig?

Der Ohrknorpel des Neugeborenen ist durch die Wirkung der von der Mutter verbliebenen Hormone in den ersten Wochen sehr weich und formbar. Dieses Zeitfenster verengt sich in der Regel innerhalb der ersten 6 Wochen; je härter der Knorpel wird, desto geringer wird die Chance auf eine Korrektur ohne Operation.

Vorgehen

Viele leichte Fehlbildungen korrigieren sich von selbst, und eine Beobachtung ist ausreichend. Bei ausgeprägten Fehlbildungen hingegen können nicht-operative Methoden der Ohrformung (Molding), die in der Neugeborenenphase begonnen werden, sehr erfreuliche Ergebnisse liefern; deshalb wird empfohlen, sie bei Feststellung frühzeitig zu beurteilen und gegebenenfalls an die entsprechenden Fachärzte zu überweisen. Bei zu spätem Eingreifen kann die einzige Option eine operative Korrektur im Schulalter sein.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Zeigen Sie eine Ohrformfehlbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt (das Zeitfenster für die Formung ist eng). Sind zudem der äußere Gehörgang gar nicht sichtbar oder begleiten ein Hautanhängsel/Grübchen vor dem Ohr oder eine Gesichtsasymmetrie, können eine Hörprüfung und eine weiterführende Untersuchung erforderlich sein.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; er ersetzt keine Diagnose und Behandlung. Bei Bedenken bezüglich des Gesundheitszustands Ihres Kindes wenden Sie sich unbedingt an einen Facharzt für Kinderheilkunde.

Uzm. Dr. Hasan Keleş — Facharzt für Kinderheilkunde, Gaziantep