Kopfläuse sind kleine Parasiten, die auf der Kopfhaut leben und sich von menschlichem Blut ernähren. Am häufigsten sind Kinder zwischen 4 und 11 Jahren betroffen. Mit dem Schulbeginn breiten sie sich in Wellen durch Klassen aus und lösen in Familien unnötige Scham aus. Dabei sind Kopfläuse keine Frage der Sauberkeit; sie leben auch in sauberem Haar bestens.

Wie werden sie übertragen?

Läuse springen und fliegen nicht; sie wechseln nur von Haar zu Haar. Die Übertragung erfolgt daher überwiegend durch:

  • engen Kopf-an-Kopf-Kontakt beim Spielen
  • gemeinsames Kissen, gemeinsames Bett
  • gemeinsam genutzte Kämme, Bürsten, Mützen und Haarspangen

Haustiere übertragen keine Kopfläuse.

Woran erkennt man sie?

Das bekannteste Zeichen ist der Juckreiz, der beim ersten Befall aber erst nach Wochen einsetzen kann. Deshalb sollte man nachsehen, ohne auf Beschwerden zu warten:

  • Nacken und hinter den Ohren sind die häufigsten Stellen
  • Kratzspuren, Krusten und manchmal geschwollene Lymphknoten im Nacken
  • weiß-bräunliche Körnchen am Haar, 0,5-1 cm von der Kopfhaut, die sich nicht abschütteln lassen (Nissen)

Praktische Unterscheidung: Schuppen lassen sich mit dem Finger abstreifen, Nissen kleben am Haar.

Nasses Auskämmen: Grundlage von Diagnose und Behandlung

  1. Haar anfeuchten und reichlich Spülung auftragen. Sie bremst die Läuse und lässt den Kamm gleiten.
  2. Einen feinzinkigen Metallläusekamm verwenden; Plastikkämme genügen nicht.
  3. Das Haar in Partien teilen und jede vom Ansatz bis zur Spitze durchkämmen.
  4. Den Kamm nach jedem Zug an einem weißen Tuch abstreifen und prüfen.
  5. Den Vorgang über den ganzen Kopf wiederholen; das dauert 15-20 Minuten.

Das nasse Auskämmen wird während und nach der Behandlung alle 2-3 Tage über zwei Wochen fortgeführt.

Behandlung mit Mitteln aus der Apotheke

  • Physikalisch wirkende Mittel wie Dimeticon: sie umhüllen die Laus und ersticken sie. Da sie nicht chemisch wirken, ist keine Resistenz zu erwarten; bei wiederholtem Befall stehen sie an erster Stelle.
  • Insektizide Mittel wie Permethrin: sie töten Läuse, wirken aber nur begrenzt auf die Eier.

Für beide gilt dieselbe Regel: Die Anwendung muss nach 7-10 Tagen wiederholt werden, weil aus überlebenden Eiern neue Läuse schlüpfen. Auswahl und Anwendungsdauer hängen vom Alter ab; besonders unter zwei Jahren sollte kein Mittel ohne ärztlichen Rat verwendet werden.

Niemals verwenden: Petroleum, Benzin, Insektensprays und Ähnliches. Sie helfen nicht gegen Läuse und sind für das Kind gefährlich.

Maßnahmen zu Hause und in der Schule

  • Alle im Haushalt kontrollieren; behandelt wird nur, wer lebende Läuse hat.
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung der letzten drei Tage bei 60 °C waschen; Nichtwaschbares zwei Wochen in einen geschlossenen Beutel geben.
  • Kämme und Bürsten in heißem Wasser reinigen.
  • Haarspangen und Mützen nicht teilen; lange Haare in der Schule zusammenbinden.
  • Schule bzw. Klassenlehrkraft informieren. Läuse verschwinden, wenn man gemeinsam vorgeht — nicht, wenn man sie verschweigt.

Juckreiz kann auch andere Ursachen haben; bei anhaltendem Juckreiz und Ausschlag siehe Neurodermitis und Ringelflechte und Pilzinfektionen. Bleibt der Juckreiz bestehen oder entstehen Wunden und Krusten, können Sie im Özel Düztepe Yaşam Krankenhaus in Şahinbey einen Termin vereinbaren.