Der Infekt der oberen Atemwege ist der Oberbegriff für Infektionen, die Nase, Rachen, Mandeln, Nebenhöhlen und Mittelohr betreffen. Erkältung, Pharyngitis, Tonsillitis, Sinusitis und Mittelohrentzündung fallen unter diese Bezeichnung. In der Kinderheilkunde ist er der häufigste Anlass für einen Arztbesuch.

Warum so häufig?

Das Immunsystem von Kindern lernt die Viren gerade erst kennen; das Umfeld von Kita und Schule, geschlossene Räume und Handkontakt erleichtern die Übertragung. 6–10 Atemwegsinfekte pro Jahr im Vorschulalter gelten als normal.

Virus oder Bakterium?

Etwa 80–90 % der Atemwegsinfekte sind viral und erfordern keine Antibiotika. Folgende Situationen sprechen für eine bakterielle Infektion:

  • Fieber über 38,5 °C, das länger als 3 Tage anhält
  • Weiße Eiterherde im Rachen + Schwellung der Halslymphknoten (Verdacht auf Streptokokken)
  • Nasensekret, das länger als 10 Tage anhält und nicht abklingt (Sinusitis)
  • Otitis-Befund bei der Untersuchung zusammen mit Ohrenschmerzen

Unnötiger Antibiotikaeinsatz führt zu Resistenzen und stört die Darmflora des Kindes; deshalb wird in unserer Praxis bei Bedarf mit Rachenabstrich und Schnelltests unterschieden.

Unterstützung zu Hause

Reichlich Flüssigkeit, Nasenreinigung, Ruhe, eine rauchfreie Umgebung und bei Bedarf ein Fiebersenker reichen für die meisten Atemwegsinfekte aus.